Fischereiverein Gaildorf e.V.
Fischereiverein Gaildorf e.V.

Lebensraum Strömung

Wenn Ihr im Bereich einer Strömung des Kochers vorbeischaut, erlebt Ihr den Kocher als einen strömenden Fluss, mit Rauschen und kräftigen Wasserverwirbelungen. Er kommt einem wild und ungezähmt vor. Das ist aber nicht so, da der Flusslauf hier begradigt und mit Steinpackungen eingeengt worden ist. Dieser menschliche Eingriff beschleunigt natürlich die Fließgeschwindigkeit des Flusses enorm.

Der Schneider

Der Schneider ist ein kleiner Vertreter der Strömungs- Gewässerregion, kommt aber bei uns im Kocher noch recht häufig vor. Er ist ein Schwarmfisch, den man in langsam und schnell fließenden Abschnitten des Flusses findet.


Er scheint aber unserer Erfahrung nach schnell fließende Abschnitte zu bevorzugen. Er hat eine ganz markante Seitenlinie, der er auch seinen Namen verdankt. Diese sieht nämlich wie mit der Nähmaschine gezogen aus. Seine Körperlänge beträgt 10 bis 12 Zentimeter, es werden maximal 16 Zentimeter erreicht.


Er ernährt sich von Plankton und wirbellosen Bodentieren, wie Würmern, kleinen Krebstieren und Insektenlarven. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, frisst er aber auch kleine am Land lebende Tiere, die sich in der Nähe des Gewässers aufhalten und ins Wasser fallen.


Die Laichzeit liegt zwischen Mai und Juli. Während dieser Zeit ist der Schneider leuchtend gefärbt. Die Eiablage erfolgt über kiesigem Grund, in stark strömenden Gewässerabschnitten.

Brutröhren Aktion

Wir vom Fischereiverein Gaildorf setzten alles daran, unsere Gewässer in bestmöglichem
Zustand zu erhalten. Dies ist leider nicht immer einfach, da in der Vergangenheit sehr viel am Gewässer verbaut wurde.

 

Durch gezielte Einbringung von Kieslaichflächen, jahrelanger Erfahrung im Bebrüten von Forelleneiern in Brutrohren und zahlreichen Besatzmaßnahmen mit Jungfischen, versuchen wir die Artenvielfalt im Kocher dennoch zu erhalten.

 

Mit unserem Lehrpfad wollen wir darauf Aufmerksam machen, dass die Natur unter der Wasseroberfläche weiter geht und zeigen Missstände im Bereich der Fließgewässer auf. Die beiden Bilder rechts zeigen unsere Kiesbank bei Kleinaltdorf und unsere Brutrohr Aktion mit Forelleneier 2017

Die Barbe

Stellt euch vor Ihr könntet unter die Wasseroberfläche schauen, genau da wo es richtig zur Sache geht, die Strömung kann nicht stark genug für sie sein, genau da steht die Barbe.

 

Ihre Form ist stromlinienförmig, von der Natur perfekt konstruiert, um mit minimalstem Energieaufwand hier zu leben. Die Barbe lebt gesellig und ist nie alleine anzutreffen. Sie geht nachts auf Nahrungssuche und ernährt sich von Fischlaich, Insektenlarven, Muscheln, Schnecken, Würmern und in geringem Maße von pflanzlicher Kost.

 

Größere Barben stellen auch kleinen Fischen nach. Zur Laichzeit, die in die Monate Mai bis Juli fällt, ziehen die Barben in Schwärmen flussaufwärts. Die Abgabe der leicht klebrigen Eier erfolgt an flachen, kiesigen Stellen.

Die Nase

Die Nase ist im Kocher ein seltener Fisch geworden, dies liegt leider an unüberwindbaren Querverbauungen und fehlenden Kieslaichplätzen. Früher kam dieser Fisch in großen Schwärmen im Kocher vor und war praktisch der Leitfisch neben der Barbe in solchen Gewässerabschnitten.

 

Mit ihrem harten Unterkiefer und der scharfen Unterlippe können Nasen Algen von Steinen abweiden. Während der Fressperioden suchen die Nasen oft schwarmweise andere Weideplätze auf. Wenn Ihr einen oder mehrere helle größere Steine im Wasser entdeckt, die wie frisch geputzt aussehen, könnt Ihr sicher sein, hier sind Nasen am Werk.

 

Nasen werden 25 bis 40 Zentimeter groß und erreichen ein Gewicht von bis zu 1000 Gramm. Seltener werden einzelne Exemplare auch 50 Zentimeter groß und 2000 Gramm schwer. Zur Laichzeit, von März bis Mai, ziehen die Nasen in großen Schwärmen flussaufwärts oder dringen in geeignete Nebenbäche ein. Beide Geschlechter zeigen dann einen Laichausschlag in Form von  sternförmigen Punkten am Kopf.